Galette des Rois – Dreikönigsfest

briochedesrois.jpgNach der Bûche de Noël die Galette des Rois! Dieses Meisterwerk französischer Backkunst gibt es ab Anfang Januar in jedem Supermarkt und reiht sich damit in die unerbittliche Folge von Weihnachtsessen – Silvestermenü und Neujahrsbraten ein und setzt dem Ganzen sogar noch die Krone auf. Doch dazu weiter unten mehr.

Die Galette des Rois existiert in zwei (mir bekannten) Versionen:

  • die eigentliche Galette, ein mit Marzipanmasse (frangipane) durchtränkter Blätterteig, schön locker und optional mit kräftigem Schokoladenüberzug oder Birnenzusatz
  • die Brioche-Version, hefeteigartig, wahlweise mit keinem, weiß, rot, gelb oder knallbunt gezuckertem Überzug.
  • Die erste, sehr süße Variante ist in der Tat sehr anmutend. Der potenzielle Esser sollte sich jedoch vor allem bei der Schokoladenversion damit rechnen, dass sein Margen-Darm-Trakt stark in Anspruch genommen werden könnte ;-)
    Denn von der Galette bzw der Brioche sollte ein möglichst großes Stück verspeist werden, am besten in Gesellschaft vieler lustiger Menschen. Derjenige, der das sich im Kuchen befindliche Keramikfigürchen aufspürt (Vorsicht beim Kauen!!!), wird mit der mitgelieferten Papierkrone zum König gemacht und darf für den Rest des Tages bestimmen, wer was machen soll, darf oder muss.

    Dieses Procedere entspricht der französischen Art und Weise, das Fest der Heiligen Drei Könige zu begehen. Damit hat es meines Wissens nach mit dem ursprünglich religiösen Feiertag der Roi Mages gar nichts mehr zu tun. Aber wen wundert das schon, denn in Frankreich herrscht seit 1905 der Laïzismus, also die Trennung von Kirche und Staat.

    Immerhin haben wir schon wieder eine gute Gelegenheit, französische Leckereien zu verkosten. Wohl bekomm’s!

    Weihnachten in Frankreich und Deutschland

    weihnachtskranzDemain c’est la fête des cadeaux en Allemagne. Oui, tandis que les enfants français devront patienter jusuq’au 25 décembre, les petits allemands seront comblés le 24 au soir. A part cela, il existent encore d’autres différences entre la fête de Noël en France et en Allemagne. Par exemple: On ne mange pas d’huîtres lors du réveillon et le sapin de Noël n’est posé et décoré que le 24. En dehors de cela, la fête de Noël dure un jour de plus en Allemagne ce qui fait que personne ne travaille le 26. :-)

    Es weihnachtet: draußen ist’s – endlich richtig knackig – kalt, ich bin in Urlaub – bei meiner Familie -, das Kaminfeuer heizt – kuschelig – und ich nehme mir mal wieder anständig Zeit zum Bloggen! (Den Artikel zum Lyoner Lichterfest am 8. Dezember liefere ich nach, versprochen!!! Ist geschehen, bitte den Artikel unten dran lesen).

    Wir Deutschen haben in Punkto Weihnachten und Vorweihnachtszeit ausgesprochen mehr Glück als unsere linksrheinischen Nachbarn: Der Tannenbaum wird in Frankreich Anfang Dezember in den Wohnungen geschmückt und aufgestellt, sodass die holde Nadelpracht pünktlich zum Fest bestimmt zum größten Teil schon abgefallen ist. Die ersehnten Geschenke werden erst am 25. Dezember ausgepackt, am 26. wird wieder regulär gearbeitet und es gibt in den meisten Teilen Frankreichs noch nicht einmal ein Nikolausfest!

    Für mich war dies in diesem Jahr Grund genug, wenigstens bei meinen französischen Freunden das fehlende Nikolausbewusstsein zu schaffen. So hielten meine deutsch-französische Kollegin und ich alle dazu an, ein kleines Geschenk für den traditionellen Krabbelsack (oder fürs Wichteln) zu besorgen, kauften jede Menge Schokoladen-Nikoläuse (die in Frankreich fälschlicherweise ;-) Père Noël, also Weihnachtsmann, genannt werden, und verkleideten uns als Nikolaus und Knecht Ruprecht.

    Insgesamt ließen sich unsere Franzosen sehr gut auf diese neue Erfahrung ein. Nur die Linzer Torte fand keinen reißenden Absatz. Aber nächstes Jahr versuchen wir das einfach wieder!

    Ich wünsche schöne Festtage!

    Updates:
    Inzwischen, seit 2010, lebe ich in Straßburg, wo es einen schönen, traditionellen und berühmten Weihnachtsmarkt gibt.

    Aber es gibt auch andere schöne elsässische Weihnachtsmärkte, die viel zu bieten haben, zum Beispiel der Markt in Wissembourg, auf dem jedes Jahr das Christkindel und Hans Trapp auftauchen.

    La Fête des Lumières – Lyoner Lichterfest

    fetelumieres.jpgDas Lyoner Lichterfest – La fête des Lumières – findet jedes Jahr am und um den 8. Dezember statt. An diesem Tag danken die Einwohner Lyons Maria dafür, dass sie die Stadt vor der Pest bewahrt hat.

    Im Jahre 1852 sollte am 8. September (Marias Geburtstag) die ihr gewidmete Statue auf dem Fourvière-Hügel eingeweiht werden. Jedoch musste die Feier aufgrund eines Hochwassers der Saône verschoben werden. So wurde der 8. Dezember (Mariä Empfängnis – Tag, an dem sie gezeugt wurde) neu bestimmt. Dort bedrohte ein Unwetter die Feierlichkeiten, jedoch verzogen sich laut Geschichtsaufzeichnungen die Wolken, und das Einweihungsfest konnte stattfinden.

    Im gleichen Moment stellten die Lyoner kleine Kerzen auf ihre Fenstersimse und erhellten damit die ganze Stadt. Diese Tradition hat sich seit über mehr als 150 Jahre gehalten und seit 1999 findet auf großen und kleinen Schauplätzen in der Stadt eine Reihe von Lichterspektakeln statt. Diese werden oft musikalisch umrahmt und werden von Jahr zu Jahr aufwändiger.

    Daher ist dieses Lichterfest zu einem Touristenmagnet geworden, der zwischenzeitlich mehr als 4 Millionen Besucher an einem Wochenende in die Stadt zieht.

    Hier geht’s zum offiziellen Internetauftritt der Fête des Lumières (Update: 7.11.2007).

    Mein Tipp: Wer sich nicht in der Innenstadt und in den Metros zertrampeln lassen möchte, versucht, sobald es dunkel wird, die wichtigsten Schauplätze zu besuchen (Bellecour, Place des Terreaux, St. Jean, St. Nizier, Place des Jacobins). Wochenendtage sind dringend zu meiden! Am Wochenende eher die “kleineren” Spektakel am Stadtrand bewundern. Vor und zur Zeit der Fête des Lumières werden an vielen Orten Flyer und Zeitschriften mit den genauen Adressen und Attraktionsbeschreibungen kostenlos ausgegeben.

    UpDate für 2007.

    Präsidentschaftswahlen 2007 – II – Les Présidentielles

    Allez, je n m’en lasse pas: Allez voter l’année prochaine et votez bien. Tous contre Le Pen!

    sego.jpg

    Vor zwei Wochen wurde sie also als Präsidentschaftskandidatin der PS (Parti Socialiste) von den Parteimitgliedern nach nur einem Wahldurchgang bestimmt: Ségolène Royal, die erste Frau Frankreichs, die ernsthafte Aussichten auf das höchste französische politische Amt hat. Eine Umfrage nach den internen Wahlen hat ergeben, dass die meisten Franzosen froh sind, dass Ségo, wie sie gerne im Volksmund genannt wird, als Kandidatin zur Wahl stehen wird. Auf die Frage, warum sie sich für sie entschieden hätten, kam die knappe Antwort: “Sie ist eine Frau, das ist mal was Anderes.”

    Nun ja, so sehr ich es gut fände, dass mehr Frauen in ein hohes Staatsamt gewählt würden, so würde ich mir doch auch wünschen, dass diese Frauen aufgrund ihrer politischen Ideen und ihres stichhaltigen Programms an die Spitze eines Landes kommen würden. Es bleibt abzuwarten, denn programmtechnisch hat sich Ségo noch immer nicht viel geäußert.

    Dafür bekommt nun die konservative Partei UMP um Jacques Chirac, Dominique de Villepin und Nicolas Sarkozy (dieser wird umgangssprachlich übrigens gerne Sarko genannt) jede Menge Druck, denn während Ségo nun ihre Wahlkampagne gemütlich angehen lässt, hat die UMP noch nicht einmal ihren Kandidaten designiert. Nun soll sozusagen im Eilverfahren am 14. Januar der Auserwählte ernannt werden. Diese Wahl wird übrigens im gleichen Stil wie bei den Solzialisten parteiintern durchgeführt. Sarko hat vergangene Woche Donnerstag seine offizielle Bewerbung für die Kandidatenstelle bekannt gegeben.

    Neben seiner Bewerbung werden des Weiteren die von Dominique de Villepin, Michèle Alliot-Marie (derzeitige Verteidigungsministerin) und eventuell sogar die von Jacques Chirac selbst erwartet. Chirac hatte erst kürzlich verlauten lassen, dass er über eine mögliche neue Kandidatur nachdenke.

    Sollte sich Chirac nicht mehr aufstellen lassen, wird bereits über ein Wahlduell Sarko- Ségo spekuliert. Na, wenn ihnen da nicht der rege Kandidat des rechtsextremen Front National einen Strich durch die Rechnung macht: Jean-Marie Le Pen macht sich tatsächlich Hoffnungen auf den Elysee-Palast…

    Weitere Artkel zur Präsidentschaftswahl 2007:

    C koi 7 drôle 2 langue?

    L’avis et la vie de Fafy

    Un article de la journaliste Fafy – Gastartikel von Starjournalistin Fafy ;-)

    fafy.jpg

    Voilà en substance, la manière dont le français des dictionnaires, sera défini dans quelques années, par les « akros » du langage SMS.

    Je veux parler de ceux qui boivent un Kfé, se disent bjr et bsr, fument des 6garet, vont au 6néma, offrent des Kdos ou se font des KL1 ( pour les plus chanceux.)

    La compression de la langue française, avait débuté, bien avant l’apparition des textos, la France n’est-elle pas la championne du monde, des acronymes, des abréviations et autres sigles. Tout au long de votre vie vous les côtoyez, et les pratiquez.

    C’est ainsi que dans le domaine des transports, on voyage avec les TCL, la RATP, la SNCF, dans les bus, les trams et les métros. On passe son permis et puis l’on s’achète une belle auto à x euros TTC (c’est à dire avec un taux de TVA très élevé).

    Pour occuper son temps de loisirs, devenu plus conséquent depuis l’apparition de l’ARTT, on va au ciné, au resto, on regarde la télé (avec la TNT si possible) qui fonctionne grâce aux efforts de nos amis d’EDF.

    Même la sacro sainte Education Nationale n’échappe pas à la règle, on passe son Bac (que l’on réussit si on a eu la chance d’avoir de bons profs) puis on va à la Fac ou en BTS, avant de filer tout droit à l’ANPE, aux ASSEDICS, et pour les plus malchanceux à la CAF (généreux donateur des allocs) afin de percevoir le RMI.

    Mes propos ne sont pas ceux d’une réac de la langue française; je ne souhaite pas m’exprimer, en vieux françois, comme Messieurs Villon et Rabelais, mais plutôt celle d’une amoureuse des mots, qui trouve regrettable qu’au nom de l’instantanéité et de la synthèse, l’on réduise une langue si riche à sa plus simple expression.

    L’homme moderne, avec toute sa technicité, et sa technologie, n’a-t-il jamais été aussi proche, sur le plan linguistique, avec cette lente dérive onomatopéique et ces borborygmes, de son ancêtre homo-sapiens.

    CQFD (ce qu’il fallait dire)

    A Bi1to

    Fafy

    It’s Beaujolais Nouveau Time

    Morgen ist es wieder soweit: Der neue Beaujolais wird ausgeschenkt!

    Hier habe ich einige interessante Details rund um das Phänomen Beaujolais aufgelistet, da die Ankunft dieses Weines inzwischen zu einem internationalen Ereignis geworden ist:

    • die Weinregion Beaujolais ist unweit von Lyon gelegen und gehört sowohl zur Region Burgund als auch zur Region Rhône-Alpes
    • der neue Beaujolais wird seit 1985 jedes Jahr am dritten November-Donnerstag offiziell ausgeschenkt
    • vor 1970 wurde dieser Wein hauptsächlich in der Lyoner Gegend getrunken
    • Die Appellation Beaujolais besteht seit 1937
    • Seit den 1990er Jahren gewinnt der Beaujolais international an Beliebtheit während die Beliebtheit im eigenen Land abnimmt
    • Im Jahre 2006 wird ein Viertel der Produktion in Japan abgesetzt

    Der offizielle Ausschank hat heute vor allem Partycharakter. Der Beaujolais an sich zeichnet sich jedoch nicht unbedingt durch seine hervorragende Qualität aus. Möglicherweise liegt darin der Grund, dass das Interesse an diesem Wein-Volksfest nachlässt. Daran kann wohl leider auch die seit vergangenem Jahr eingesetzte neue Werbestrategie nicht viel ändern. Im Angesicht des steigenden internationalen Absatzes ist die neue Werbebotschaft bewusst auf englisch (siehe Überschrift des Blog-Artikels) gehalten, wobei diese aufgrund eines französischen Sprachgesetzes fleißig ins Französische zurückübersetzt wurde und damit wieder der “alte” Slogan verwendet wurde…. (-> le nouveau Beaujolais est arrivé).

    Ein besonders lesenswertes Highlight des offiziellen Internetauftritts: Die englische Sprachversion der Seite. Seite aufrufen und die auf der Homepage gestellte Frage mit “yes” beantworten ;-)

    Wohl bekomm’s (Ich bin ja so gemein…)

    Gesundheits(un)wesen – Ärzte und andere Missgeschicke

    Le premier Janvier 2006 naquît le “médecin traitant” ou “médecin référant“! Malheureusement je ne suis pas très douée en ce qui concerne le choix d’un bon médecin à Lyon. De ce fait, j’ai fait quelques expériences plutôt marrantes que je voudrais raconter dans cet article. Par exemple, j’étais voir un médecin qui me disait que j’avais complètement guéri (malgré le fait que j’avais toujours mal à la gorge!) et deux jours plus tard j’avais une laryngite… Ce même médecin avait également diagnostiqué de la varicelle chez moi, pourtant, je lui avais bien raconté que j’avais passé une nuit dans un hôtel assez sale à Rennes et que je pensais qu’il s’agissait des piqures de puces… La dernière fois que j’avais attrapé un rhume mon nouveau médecin m’a ordonné une dose trop forte d’un corticoïde ce qui m’a empêchée de dormir toute la nuit. Et moi, qu’est-ce que j’ai fait pendant mon insomnie prescrite? J’ai lu un livre sur la médicine alternative… :-)

    Seit 1. Januar 2006 gilt in Frankreich ein neues Gesetz, das die Auswahl des Hausarztes (médecin généraliste) betrifft: Hierbei muss ein médecin traitant oder médecin référant benannt werden, der immer aufgesucht werden muss bevor man zu einem Spezialisten möchte. Wird diese Reihenfolge nicht eingehalten, drohen Einbußen bei der Kostenrückerstattung. In Frankreich muss nach wie vor direkt beim Arzt in der Sprechstunde bezahlt werden. Die CPAM (Caisse Primaire d’Assurance Maladie, französische, staatliche Krankenkasse) erstattet von dem “normalen” Arzthonorar (derzeit 21 Euro) 70%, wobei jeweils 1 Euro Eigenbeteiligung anfallen. Die restlichen 30% können mit Hilfe einer Mutuelle, einer privaten Zusatzversicherung, zurück gewonnen werden. Die Regelung des médecin traitant gilt nicht, wenn ein Zahnarzt, ein Augenarzt oder auch der Frauenarzt konsultiert wird.

    Nach meinem angenehmen Wochenende in Disneyland Paris hatte ich nun das grausige Vergnügen krank zu werden. Da ich ja erst vor ein paar Monaten in meine neue Wohnung in Lyon eingezogen bin, machte es Sinn, mir einen Hausarzt in Wohnnähe zu suchen.

    Leider habe ich in Lyon bei der Auswahl eines guten Arztes kein glückliches Händchen. Die meisten Ärzte verschreiben meiner Meinung nach Unmengen an Medikamenten und setzen die Dosierung zu hoch an. Solange es sich um keine Naturheilmittel oder Präparate zur Nahrungsergänzung handelt werden diese sogar von der CPAM und der Mutuelle zu hundert Prozent übernommen. Wenn sich der Patient an die Verordnungsangaben des Arztes hält und sich allen Mediakmenten hingibt, kann die Einnahme im wahrsten Sinne des Wortes zu berauschenden Wirkungen führen. Ganz ehrlich, wer braucht da noch die Legalisierung von Haschisch & Co., wenn man sich auf Staatskosten zudröhnen kann?

    Leider bessern sich Erkältungskrankheiten in den meisten Fällen dadurch nicht wirklich, sodass ich im vergangenen Jahr erneut meinen Arzt aufsuchte und ihm von anhaltenden Halsschmerzen berichtete. Dieser versicherte mir, dass alles in Ordnung wäre und dass meine Schmerzen sicherlich eine allergische Reaktion auf Autoabgase wären. Zwei Tage später hatte ich eine Kehlkopfentzündung…

    Mein neuer Arzt verschrieb mir dieses Mal ein Mittel, das Cortison enthält, um einen möglichen späteren Einsatz von Antibiotika zu unterbinden. “Gute Idee, mach’ ich!”, dachte ich mir. Leider hatte dies den Effekt, dass ich hyperaktiv wurde und nachts nicht mehr schlafen konnte. Und was machte ich also in meiner neu freigewordenen Zeit? Ich las ein Buch über alternative Heilmethoden…

    Besuch in Disneyland Paris

    citrouille.gifIn Lyon zu leben hat viele Vorteile: Dank des TGV ist man sehr schnell an sehr schönen Orten. In rund zwei Stunden kann der geneigte Reiselustige nach Montpellier ( Meer!!!), Avignon (Provence), in den Massif Central, die Alpen oder gar nach Genf fahren.

    Unser Ziel vergangenes Wochenende war Disneyland Paris, das ebenfalls mit dem technischen Wunderwerk TGV in zwei Stunden erreicht werden kann. Hierbei muss der Bahnhof “Marne la vallée – Chessy” angefahren werden.

    eva-disney.gifSamstag hieß es also, morgens früh raus (fünf Uhr!!! Für mich als be- kennende Morgen- mufflerin eine echte Herausforderung) und um 6.20h in den Zug springen (da ist echt was los um diese Uhrzeit, naja, ok, der Zug fährt nicht nur bis Disneyland sondern weiter nach Lille, und von dort geht’s ruckzuck im Eurostar nach London).

    buzz.gifAm Zielort angekommen, fielen wir aus dem Zug nahezu direkt ins Disneyland. Kurz in unser Hotel eingecheckt (im malerischen Disney Village, aus dem schon früh am Morgen amerikanische Hits aus Lautsprechern hallen) und dann ab in den Park. Da wir pünktlich zur Öffnungszeit (9 Uhr) da waren, konnten wir die am heißesten begehrten Fahrgeschäfte ohne lange Wartezeiten erledigen: Peter Pan (nett :-), Dumbo der fliegende Elefant (morgens um die Zeit sogar schwindelerregend!) und auch Pirates of the Caribbean (die Ausstattung dort war übrigens die Grundlage für den Filmdreh über Jack Sparrow und Konsorten).

    Mein persönliches Highlight war jedoch die neue Anlage von Buzz Lightyear, da wir dort nicht nur passiv in unseren Kabinen saßen sondern aktiv am Geschehen teilnehmen konnten: mit “Laserpistolen” mussten wir auf alle blinkenden “Z” zielen. War ein Riesenspaß!

    Und: ich habe natürlich auch das U-Boot Nautilus entdeckt und erkundet!nautilus-disney.gif

    Dann noch eine Fahrt auf dem Mississippi Dampfer (namens Mark Twain :-) und ein Besuch in dem “Manoir hanté” (Spukhaus), von dem ich ziemlich enttäuscht war. dampfer.gif

    Um 16 Uhr gab es dann in Halloween- Manier (der ganze Park war übrigens mit Riesenkürbissen geschmückt) eine Parade der Disney-Bösewichte.

    bruce.gifAm zweiten Tag gingen wir in die Disney Studios, die direkt neben dem Park liegen (Tipp: Geht niemals an einem Sonntag in den Disneypark!!!). Dort ist etwas weniger los, da er kleiner ist und weniger Fahr- Attraktionen aufweist. Dennoch wird es ab Juni 2007 eine tolle Neuigkeit geben: Toon City mit einer Achterbahn aus “Findet Nemo”.

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    Präsidentschaftswahlen 2007 – I – Les Présidentielles

    Parlons politique! Il n’y a pas de raison de se faire de la peine (ou plutôt Le Pen! ;-) Allez! Votez bien parce que moi, j’en ai pas le droit.

    Am 22. April (und, falls ein zweiter Wahldurchgang notwendig wäre, am 6. Mai) stehen in Frankreich Präsidentschaftswahlen auf dem Programm. Diese finden alle fünf Jahre statt. Nach dem katastrophalen Ergebnis des ersten Wahldurchgangs im Jahre 2002, bei dem lediglich Jacques Chirac und Jean-Maire Le Pen für den zweiten Durchgang übrig blieben und der sozialistische Favorit Lionel Jospin den Kürzeren zog, sind bereits heute sämtliche Parteien – und natürlich die Medien – in Aufruhr.

    So ist derzeit vor allem die Kandidatenfrage um die présidentiables (also der Personen, die sich zur Wahl aufstellen lassen könnten) der beiden größten Parteien, der sozialistischen PS und der demokratisch- konservativen UMP, das Thema, das die politisch gesinnten Gemüter bewegt. Während die UMP diese Diskussion eher intern führt, gestaltet die PS ihre Kandidatenauswahl derart, dass die gesamte Nation daran teilhaben kann:

    So wurden in den vergangenen Monaten verschiedene Namen in den Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen gebracht: François Hollande (derzeitiger Parteivorsitzender), Dominique Strauss-Kahn (ehemaliger Wirtschaftsminister von 1997-99; auch bekannt unter seinem Akronym DSK), Jack Lang (französisches, politisches Urgestein, in der Vergangenheit mehrfacher Kultus- und Bildungsminister), Laurent Fabius (Premier Ministre von 1984-86, Wirtschaftsminister 2000-2002 und bekennender Gegner der EU-Verfassung) und Ségolène Royal (Präsidentin der Region Poitou-Charentes (Poitiers), Lebensgefährtin von Partei Premier François Hollande, mit dem sie vier Kinder hat).

    Nach der Schlappe des verlorenen Referendums zur EU-Verfassung am 29. Mai verzichtete Hollande auf seine Aussichten, Präsidentschaftskandidat zu werden. Seine Gefährtin Royal dagegen verzeichnete positive und stetig steigende Umfragewerte und ließ sich nun als Kandidatin zusammen mit DSK und Fabius aufstellen. Im September wagte der ehemalige Premier Minister Lionel Jospin einen letzten Versuch, sich ins politische Geschehen einzumischen und deutete vorsichtig seine mögliche Kandidatur an. Nach einem lauten Entsetzensaufschrei innerhalb der Partei ließ er jedoch davon ab.

    Auch Jack Lang hat – auf Anraten des Partei Premiers Hollande – seine Ambitionen auf einen Wohnsitz im Elysée Palast aufgegeben.

    Am 16. November wird der offizielle Kandidat der PS per Wahl der Parteimitglieder bestimmt. Falls es zu keinem eindeutigen Ergebnis kommen sollte, ist ein zweiter Durchgang für den 23.11. angesetzt.

    Was mich bei der oben beschriebenen Vorgehensweise der Sozialisten wundert, sind die offen ausgetragenen Diskussionen über potenzielle Kandidaten. Damit werden, so finde ich, interne, personelle und dabei auch persönliche Schwierigkeiten unter den Parteimitgliedern zu sehr nach außen getragen. Da ich jedoch Frankreich als ein Land erlebe, in dem generell viel, lange und kontrovers gesprochen und diskutiert wird, werden die Franzosen wohl meinen Einwand für unbedeutend halten.

    Weitere Artikel zur Präsidenschaftswahl 2007:

    Französische Phonologie des Englischen

    Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten, richtigen Apéro, ein Apéritif-Abend, bei französischen Freunden. Dort wurde mir neben einer Reihe von Knabbereien auch ein Getränk namens “Belees” angeboten. Da ich es ich nicht kannte und an jenem Abend nicht besonders abenteuerfreudig war, lehnte ich dankend ab und entschied mich für einen Portwein. Kurz darauf sah ich die Gastgeber mit einer Flasche Baileys hantieren, äußerte ein erstauntes “Wow, ihr habt Baileys!”, und merkte plötzlich, dass dieses /belees/ wohl die französische Variante des englischen Wortes Baileys sein sollte.

    Solche Aha-Erlebnisse phonologischer Art können in Frankreich häufiger vorkommen, und ich bin immer wieder verblüfft, mit welcher Beharrlichkeit, die ganz offensichtlich falsche Aussprache des Englischen, von einer Generation an die darauf folgende weitergegeben wird.

    losangeles.jpgDa wären beispielweise die absoluten Hits unter den offiziell zugelassenen, zwischenzeitlich eingebürgerten, Anglizismen: Pub, Club, Hub oder gar das berüchtigte “F-Word“. All diese Wörter zeichnen in der französischen Phonologie des Englischen dadurch aus, dass der eigentlich kurze englische /a/-Laut konsequent als /ö/ interpretiert wird. Fragen Sie jeden Franzosen, weshalb er dies tut, erhalten Sie als Antwort: “Das haben wir so in der Schule gelernt!” Ok, immerhin ist da eine gewisse Logik dahinter. Und es gibt im Englischen tatsächlich ein Reihe von Worten, die mit diesem /ö/-Laut ausgesprochen werden, nämlich alle die, die unmittelbar nach dem “u” ein “r” aufweisen, zum Beispiel “curry“. Aber genau hier macht der Franzose eine Ausnahme und sagt /cürri/! Ich verstehe das nicht!

    All diese Wörter kommen recht häufig im täglichen Sprachgebrauch vor, und die meisten Deutschen, die nach Frankreich kommen, sind auf diese lautlichen Feinheiten bereits eingestellt. Was geschieht aber nun, wenn man mit Film- oder Schauspielernamen, oder mit den Namen großer ausländischer Persönlichkeiten konfrontiert wird? Da wäre etwa die australische Sängerin /killie minog/ zu nennen oder der britische Schauspieler /ü grant/ (bitte den Nasallaut auf dem “an” nicht vergessen!) oder noch besser, der Film /lietel wepen/. Daran habe ich eine ganze Weile geknabbert, bis ich herausgefunden habe, dass mein Gegenüber von “Lethal Weapon” sprach.

    Schließlich wären noch einige englischen Importwörter anzubringen, gegen die sich die französische Sprach- Gesetzgebung immer weniger erfolgreich zur Wehr setzt. Immerhin besteht die Académie Française seit Beginn des 17. Jahrhunderts und hat heute die Aufgabe, alle fremdsprachlichen Parasiten dem Französischen fernzuhalten. Das ist ihnen mit dem /wokmaan/ (nein, das ist nicht etwa die Bezeichnung für den chinesischen Koch!), den /skuts/ (Scouts: Pfadfinder) oder der /kuntri/ Musik leider überhaupt nicht gelungen. Und auf dem Lyoner Radiosender Fréquence Jazz können Sie viel /saul and dschahs/ hören.

    Fazit: So wie in Frankreich ein ausgeprägter Sprachpurismus herrscht, plädiere ich für einen Phonologie-Purismus und fordere eine korrekte Ausbildung der französischen Englischlehrer! In der Zwischenzeit freue ich mich über die Zusendung weiterer lustiger Beispiele von englischen Wörtern in der französischen Sprache :-)

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